Nubien und Sudan

Älteste menschliche Siedlungsspuren im heutigen Sudan sind mindestens 300.000 Jahre alt, vermutlich sogar älter, und gehören demnach zu Homo erectus. Während des 5. Jahrtausends v. Chr. gelangten die aus den Domestikationszentren Vorderasiens stammenden Haustiere Rind, Schaf und Ziege aus Ägypten auch in das zentrale Niltal. Wichtige Fundorte/-regionen sind: Kadero, esh-Shaheinab, Kadruka, Kerma, Wadi Howar. Kerma-Kultur (2500–1520 v. Chr.) Zur Zeit der Pharaonen und in der Antike war die Region des heutigen Sudan als Obernubien bekannt. Das historische Nubien war teils Bestandteil Ägyptens, teils selbst Herr des ganzen Niltals. Es gab schon früh Verbindungen zum nördlichen Ägypten und sogar bis nach Griechenland. Am Oberlauf des Nils existierte einst das Königreich von Kerma, der älteste bekannte schwarzafrikanische Staat, der seinen Herrschaftsbereich bis zur Südgrenze Ägyptens ausdehnen konnte, im 2. Jahrtausend v. Chr. aber von den Pharaonen zurückgeschlagen wurde. Vermutlich ab 1080 v. Chr. (spätestens aber ab 750 v. Chr.) bis zum 3. Jahrhundert besteht hier das Reich Kusch. Hauptstadt war zunächst Napata, später dann Meroe. Das Reich kann auf eine starke Militärmacht und große Goldfunde aufbauen. Um 700 v. Chr. erobert Kusch Ägypten und stellt dort die 25. Dynastie der (nubischen) Pharaonen. Um 300 v. Chr. wurde die Hauptstadt nach Meroe nördlich von Khartum verlegt. In dieser Zeit wird die kulturelle Anlehnung an Ägypten mehr und mehr aufgegeben. Um 350 n. Chr. brach das Reich von Kusch zusammen, evtl. aufgrund einer Umweltkatastrophe oder einer militärischen Niederlage gegen das äthiopische Reich von Axum. Im 6. Jahrhundert wurde Nubien christianisiert. Es bildeten sich die Königreiche von Nobatia, Makuria und Alwa. Infolge arabischer Einwanderungen aus Ägypten wurden die christlichen Königreiche Nubiens nach und nach zerrüttet. Im 16. Jahrhundert war Nubien formal vollständig islamisiert.

Auf einer Reise in den Sudan konnte ich 2018/2019 die teilweise rekonstruierten archäöologischen Fundstätten in Nubien und die Schätze im Sudan National Museum photographieren.


Nubien und Sudan in der Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst