Tumbus (Tombos) - Archäologische Fundstätte

Tumbus (Tombos)

Tumbus (Tombos) ist ein Ort und eine Insel im heutigen Sudan am 3. Nilkatarakt, 25 km nördlich von Kerma. Besiedelt war das Gebiet schon zur Kerma-Zeit. Gräber sind belegt vom Neuen Reich bis in Napatische Zeit.

Historische Einordnung

Die natürliche Südgrenze Ägyptens ist etwa der 1. Katarakt bei Assuan. Während in der zweiten Zwischenzeit (ca. 1648–1550 v. Chr., 13. bis 17. Dynastie) Nubien verloren gegangen war, eroberten Amenophis I. und besonders Thutmosis I. es zurück. Letzterer schlug etwa 1502 den Aufstand eines nubischen Fürsten nieder, dessen Leiche am Bug des Königsschiffes aufgehängt wurde, wie aus einer Inschrift in Tumbus (Tombos) hervorgeht.

Die Grafik rechts zeigt die politische Situation in der Zweiten Zwischenzeit, die auch Hyksos-Periode genannt wird, nachdem Völker aus Westasien ("Hyksos") Theben erobert hatten und das Königreich Kusch von Süden her drängte; Grafik auf Wikipedia.


Egypt Hyksos Period
Der Basalt-Koloss von Tumbus

Ägyptische Kolonisation

Der Ort ist die bisher südlichste Siedlung in Nubien, in der Ägypter als Kolonisatoren um 1550 v. Chr. lebten. Der 3. Katarakt kann als eine weitere natürliche Grenze angesehen werden: Südlich von hier ist der Nil bis nach relativ leicht schiffbar bis zum 6. Katarakt (Sabaluka-Intrusion, nahe Meroe). In den Felsen am 3. Katarakt fanden sich diverse historisch wichtige ägyptische Inschriften und Felszeichnungen. Zur Zeit des Neuen Reiches (1550 bis 1070 v. Chr., 18. bis 20. Dynastie) wurde die Ausbeutung der nubischen Rohstoffe durch Ägypten von hier aus verwaltet und Abgaben eingetrieben. Ägypten importierte Pelze, Gold, Holz und Menschen als Sklaven. Manche Historiker nennen die ägyptische Herrschaft rassistisch. So manche Darstellung der Nubier auf ägyptischen Fundstücken sprechen dafür. In diese Periode datieren wichtige Felsritzungen, wie etwa die Tumbus- Stele über Pharao Thutmosis I. In den Nekropolen finden sich Ägypter und Nubier, an der Ausstattung unterscheidbar. Tumbus (Tombos) war ein wichtiger Grenzpunkt bis in die Zeit von Thutmosis III.; dieser erweiterte Ägyptens Grenzen weiter nach Süden, bis hin zum 4. Nilkatarakt.

Kuschitisch-napatische Periode

Um etwa 900 werden kaum mehr ägyptischen Gräber angelegt. Strontiumisotopen-Untersuchungen belegen Nubien als Geburtsort der Bestatteten dieser Zeit. Der ägyptische Einfluss wurde schwächer. Es war die Phase der Dritten Zwischenzeit (ca. 1070–664 v. Chr., 21. bis 25. Dynastie). Aus napatischer Zeit (etwa 750 bis 280 v. Chr.) sind noch Friedhöfe erhalten.

Kolossalstatuen

Aus der letzten Dynastie der Dritten Zwischenzeit, der 25., also der der schwarzen Pharaonen (744 bis 656 v. Chr.) stammen die heute noch sichtbaren Granitsteinbrüche, und hier liegen die Reste einer alten Statue von (wahrscheinlich) König Taharqa, vor 2800 Jahren einfach zurückgelassen. Dieser Koloss stellt eine königliche männliche Statue dar mit einem Königsschurz, welcher unbeschriftet ist. Die Statue ist fast vollendet und hat eine Höhe von fast 4 Meter. Im Kopfbereich ist die Statue beschädigt und wurde vielleicht aus diesem Grund nicht fertig gestellt. Gesichtszüge sind heute kaum erkennbar. In der Herstellungsart und Ausführung gleicht sie den Statuen aus Argo, welche heute vor dem Nationalmuseum von Khartum stehen. Auch der Stein dieser Granitstatuen stammt wahrscheinlich aus diesem Steinbruch.


Links:

Meine Bilder von Funden im Sudan-National-Museum und des Dorfes Tumbus (Tombos)

Homepage des Sudan National Museums

Die TOMBOS ARCHAEOLOGICAL SITE ; dort auch eine instruktive Karte (Seite 19)

Hilfreiche und kundige Informationen bietet auch die Seite https://www.moin-monja.de/egypt/Nubien/Tombos-Felsinschriften-Koloss/tombos_felsinschriften_koloss.htm