Soleb

Soleb ist eine archäologische ägyptologische Fundstätte vor allem für die 18. Dynastie, also im Neuen Reich (1550–1070 v. Chr.), einer der bekanntesten Epochen (Amarna-Periode) der Pharaonenzeit (Thutmosis, Hatschepsut, Tutanchamun, Haremhab, Sethos I., Ramses II., Amenophis II., Echnaton).

Niloase bei Soleb mit Blick auf den Amun-Tempel

Location

Soleb liegt zwischen zweitem und drittem Nilkatarakt etwa 200 km südlich des Endes des Nassersees, dessen sudanesischer Teil Nubia-See heißt. Es liegt auf dem Westufer des Nils. Die Straße - und es gibt nur die eine – führt aber nun mal entlang des Ostufers. Die nächste Brücke läge 600 km nördlich in Assuan oder 200 km südlich in Dongola. Wozu auch eine Brücke, wenn es westlich des Nils sowieso keine Straßen gibt? Schwimmen kommt nicht in Frage, schon wegen der Bilharziose. Also fahren wir mit dem Boot. Den Sprit für den Außenbordmotor muss man praktisch selbst mitbringen, denn als Reaktion auf den Volksaufruhr hat die Regierung alle Tankstellen geschlossen, um die Beweglichkeit der Bürger einzuschränken.

Geschichte

Soleb war während der 18. Dynastie eine ägyptische Siedlung. Mit der 18. Dynastie überwand Ägypten die Wirren der Zweiten Zwischenzeit, die Hyksos-Periode, und fand zu neuer Größe als Neues Reich (1550–1070 v. Chr.). Bekannte Pharaonen waren Amenophis, Thutmosis, Hatschepsut, Echnaton (Akhenaten, Sohn des Amenophis), Haremhab. Nubien war mindestens bis zum 3. Katarakt kolonialisiert. Unter Amenophis III. (Amenhotep) wurde um 1350 der Tempel von Soleb errichtet und dem Amun-Ra und Nebmaatre, Herrscher Nubiens, gewidmet, der größte Tempel südlich von Theben.

Brian McMorrow

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Der Tempel von Soleb

Der Tempel von Soleb geht auf Amenophis III. zurück und wurde in fünf Bauabschnitten errichtet. Die Umfassungsmauer maß 210 mal 240 m, das Tempelhaus hatte bis zum dritten Pylon eine Länge von 170 und ist so deutlich größer als der Luxor-Tempel von Amenophis III.[. Gewidmet war er dem Reichsgott Amun-Ra sowie dem König selber in Form des Neb-maat-ra, des Herrn von Nubien, gewidmet. Wiederentdeckt wurde das Areal, zu dem auch eine Nekropole und ein Tempel für Teje, die Gattin des Amenophis, gehörte, 1813; Grabungen fanden ab 1957 statt unter Michaele Schiff Giorgini. Der Tempel besitzt einen kleinen Podiumstempel, ein Hypostyl (Saal mit von Säulen getragenen Decke) mit 24 Palmkapitellsäulen, 3 Pylonen (Portal als doppeltürmiges Bauwerk mit verbindendem Torüberbau), den Sedfesthof mit gebündelten Papyrussäulen und ein Dromos (Allee mit Widder-Sphingen und Kolossallöwen). Die Löwen stehen nun im British Museum.

Soleb & Sedeinga

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Walking the Dromos of Soleb Amun Temple