Panorama der Deffufa inmitten der antiken Stadt Kerma

Hier begannen unsre archäologischen Besuche, denn in der Karma-Region finden sich umfangreiche Zeugnisse der ältesten sudanesichen Kulturerscheinungen bis zur Verlagerung des Machtzentrums weiter südlich nach Napata und Meroe. Viele wichtige Funde in Kerma sind im Kerma Museum und im Sudan National Museum ausgestellt. Hilfreiche Informationen bietet auch die Seite https://www.moin-monja.de/egypt/start/start.htm.


Besiedlung der Region Kerma<br />
In der Kerma-Region wurden über 130 archäologische Stätten aller Epochen entdeckt. Die ältesten sind in der Regel in der Wüste, denn das Klima war damals feuchter und die Vegetation reichlicher. Erst ab 5000 v. Chr. zwang ein trockenes Klima die menschliche Bevölkerung, sich näher an den Hauptkanal des Nils zu bewegen.<br />
In den letzten dreißig Jahren haben Ausgrabungen an mehreren wichtigen Orten wie Dukki Gel, der Stadt Kerma, der östlichen Nekropole und El-Barga unser Wissen über die nubische Geschichte erweitert. Die soziale Evolution lässt sich von den ersten Dorfbewohnern vor 10.000 Jahren bis zur Bildung der mächtigen alten Königreiche sehr detailliert verfolgen.<br />
Settlement of the Kerma Region<br />
Over 130 archaeological sites of all periods were discovered in the Kerma region.The most ancient are generally located in the desert because the climate was then more humid and vegetation more abundant. lt is only from 5000 BC onwards that a more arid climate forced human populations to move nearer to the main Nile channel.<br />
During the last thirty years, excavations at several important sites, such as Dukki Gel, the city of Kerma, the eastern necropolis and El-Barga, have increased our knowledge of Nubian history. lts social evolution can be traced in great detail from the first villagers of 10,000 years ago to the formation of the powerful ancient kingdoms.

Die Siedlung Kerma liegt nördlich von Dongola und südlich des 3. Nilkatarakts. Die Geschichte der Region Kerma Ist eine der bestdokumentiert In Afrika.

Besiedlung der Region Kerma

In der Kerma-Region wurden über 130 archäologische Stätten aller Epochen entdeckt. Die ältesten sind in der Regel in der Wüste, denn das Klima war damals feuchter und die Vegetation reichlicher. Erst ab 5000 v. Chr. zwang ein trockenes Klima die menschliche Bevölkerung, sich näher an den Hauptkanal des Nils zu bewegen. In den letzten dreißig Jahren haben Ausgrabungen an mehreren wichtigen Orten wie Dukki Gel, der Stadt Kerma, der östlichen Nekropole und El-Barga unser Wissen über die nubische Geschichte erweitert. Die soziale Evolution lässt sich von den ersten Dorfbewohnern vor 10.000 Jahren bis zur Bildung der mächtigen alten Königreiche sehr detailliert verfolgen. Chronologie der menschlichen Besiedlung Die Geschichte der Region beginnt vor einer Million Jahre mit den Resten alter Rastplätze; Menschen waren damals Nomaden und lebten vom Jagen und Sammeln. Um 9000 v. Chr. Änderte sich diese Lebensweise mit dem Auftauchen von Dörfern und Friedhöfen, Zeichen von Sesshaftigkeit. Ein paar Jahrtausende später erlaubten Tierhaltung und Landwirtschaft die Produktion größerer Mengen von Nahrung, woraus die Expansion der Dörfer und die Konzentration von Macht in den Händen weniger Chiefs resultierte. Um 3000 v. Chr. entwickelt sich eine erste Stadt in der Region; sie wurde eine paar Jahrhunderte später verlassen und weiter westlich um 2500 v. Chr. wieder aufgebaut. Diese neue Stadt wurde Sitz einer einflussreichen politischen Macht, dem Königreich Kerma, dessen Geschichte fast ein Jahrtausend dauerte und mit der Eroberung durch die Achtzehnte Dynastie Ägyptischer Pharaonen endete. Die Nubische Zivilisation erlebte eine wichtige Wiederbelebung mit der Entstehung der Königreiche von Napata und Meroe.

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Der Prähistorische Zeitraum

Dieser umfasst mehrere Jahrtausende, von den Ursprüngen der Menschheit bis zur Entstehung des Königreichs Kerma, und ist in zahlreichen archäologischen Fundstätten belegt, die meist in der Wüste liegen. Zunächst in kleinen Gruppen von Jägern und Fischern, sammelten sich die Gemeinschaften dann In Dörfern und später in wachsenden Gemeinden, Vorläufer der ersten Städte.

Mesolithische (mittelsteinzeitliche) Siedlung El-Barga

Das Dorf El-Barga liegt einem Kleine Hügel 15 km vom heutigen Verlauf des NiIs entfernt. Die 9000 Jahre alte Fundstätte beherbergte eine Gemeinschaft, die im Wesentlichen von dem lebte, was der Fluss bot: Fisch, Muscheln, Schildkröten, Flusspferde etc.. Die Hütten waren teilweise in den Boden gegraben und die Toten wurden in der Nähe der Siedlung beerdigt.

Das Königreich Kerma

Als Hauptstadt eines Königreichs, das sich mehr als 1000 Kilometer entlang des Nils erstreckte, befand sich die Stadt Kerma an der Kreuzung Zentralafrikas, des Roten Meeres, der Südlichen Sahara und Ägyptens. Seine ausgedehnte Nekropole in der östlichen Wüste zählt 20.000 Gräber. Kapellen oder Tempel, gebaut in der Nähe von Gräbern hochrangiger Einzelpersonen, weisen die Ausübung eines Begräbniskults aus. Drei bis vier Perioden lassen sich unterscheiden: Frühes Kerma (2450-2050 v. Chr.), Mittleres Kerma (2050-1750 v. Chr.), Klassisches Kerma (1750-1480 v. Chr.) und Spätes Kerma (Ende des Königreichs und Ägyptische Besatzung 1480-1450 v. Chr.). Zentrale Anlage etwa aus der mittleren Periode der Stadt war ein großer massiver Lehmziegelbau, der heute als untere oder westliche Deffufa (nubisch „Backsteinruine“) bezeichnet wird (s.u.).

Die Königreiche Napata und Meroe

Bei Dukki Gel sind die Ruinen einer befestigten von Ägyptern erbauten Metropole erhalten. Architektonische Fragmente verschiedener Tempel und Paläste die an der Fundstätte nach und nach rekonstruiert wurden offenbarten die Namen führender Pharaonen des Neues Reichs. Kushitische Könige errichteten später imposante Denkmäler an diesen Stellen. Über 1000 Blöcke, mit Inschriften oder Dekorationen in versenktem Relief, wurden inventarisiert.

Die Fundstätte Dukki Gel (Doukki Gel, Pnubs)

Einen Kilometer nördlich der Nubischen Metropole Kerma gründeten die Ägypter nach der Eroberung durch Thutmosis I. bzw. während der Herrschaft Thutmosis III. (Pharaonen der 18. Dynastie, 1504 bis um 1492 bzw. 1479 bis 1425 v. Chr.) 1450 v. Chr. eine wichtige befestigte Stadt – das alte Pnubs (nub steht im alten Ägypten für Gold). Heute liegen die meisten ihrer Ruinen unter landwirtschaftlichen Feldern, mit Ausnahme eines Bereichs von 150 m Seitenlänge, gegenüber des religiösen Viertels. Der aktuelle Name Dukki Gel, der wörtlich "Roter Hügel" bedeutet, bezieht sich auf die spektakulären Aschehügel und rotfarbige Keramikformen die die Fundstätte bilden. Diese sind Reste von Bäckereien, die mit den Tempeln verbunden waren, von denen wiederum viele dem Gott Amun gewidmet waren. Die Fundstätte wurde architektonisch unter den Napatischen und Meroitischen Dynastien erneuert. Bei archäologischen Forschungen fand C. Bonnets 2003 in einer Grube das Versteck der Bruchstücke der Skulpturen von sieben Königen, den sog. Schwarzen Pharaonen. Mehr dazu auf der Seite über das Kerma Museum.

Deffufa

Erstmals entdeckt wurden die Deffufas (nubisch „Backsteinruine“) ab 1820 von F. Cailliaud, L. M. Linant de Bellefonds und K. R. Lepsius (1842). Erste Grabungen unternahm G.A. Reisner zwischen 1913 and 1916. Seit 1973 forscht hier Charles Bonnet (Universität Genf). Die Bauwerke sind einzigartig in der Nubischen Architektur. Es gibt drei Deffufas, deren größte die westliche Deffufa in der antiken Stadt Kerma mit 50 mal 25 m und drei Stockwerken die größte ist. Die Art ihrer Nutzung ist unsicher (Tempel oder Residenz), sicher ist ihre religiöse Bedeutung, die wahrscheinlich viel weiter zurückreicht als die Errichtung zur endgültigen Größe in der mittleren Phase Kermas (2050 bis 1750 v. Chr.). Die westliche Deffufa wurden aus Backsteinen gebrannten Nilschlamms errichtet, die Außenwände waren mit Stein bedeckt. Die Innenräume waren durch Gänge verbunden und sind durch Brände zerstört.