Wien - Kunsthistorisches Museum - MatthiasGehrickePhoto.de
Palmyra
Die Oasenstadt Palmyra (heute Tadmur) liegt inmitten der syrischen Wüste (Abb. 1). Seit dem Hellenismus konnte Palmyra von seiner strategischen Position und der wasserspendenden Efqa-Quelle profitieren. Ihre Blütezeit im 1. und 2. Iahrhundert n. Chr. verdankte die Stadt den Steuern für Waren, die hier über die Seidenstraße transportiert wurden. Das erhaltene Zollgesetz stellt eines der bedeutendsten Zeugnisse antiker Wirtschaftsgeschichte dar.
Die Oasenstadt wurde durch Kulturbegegnungen geprägt: Die lokale, halbnoınadische Bevölkerung erfuhr Anregungen aus dem griechisch-römischen Mittelmeerraum ebenso wie aus dem weit entfernten Indien oder China. Wie kaum irgendwo sonst in der antiken Welt zeigen sich Reflexe auf diese Einflüsse, besonders in der Architektur.
Der Beltempel (Abb. 2) war seit 2000 ]ahren Zeugnis für einen solchen Kulturtransfer. Im Grundriss ein griechisch-hellenistischer Tempel, im Aufgehenden mit Portal an der Langseite, Flachdach und Zinnenkranz ein orientalisches Heiligtum. Zunächst dem Gott Bel errichtet, wurde der Tempel später christliche Kirche, dann Moschee, schließlich ein Tempel des Tourismus.
Das Bogentor an der Säulenstraße (Abb. 3) folgte römischen Bauformen. Die Oberflächen Waren aber ganz unrömisch mit überreichem Dekor überzogen, der von Textilien - lokalen und aus dem Osten importierten - angeregt war. Die Grabmonumente, besonders die Grabtiirme (Abb. 4), stellen eine weitere Besonderheit Palmyras dar. In tempelförınigen Grabhäusern, großen unterirdischen Kammern oder schlanken Türmen waren teils hunderte BestattungsSchächte angelegt. Diese wurden mit charakteristischen Reliefplatten verschlossen, wie zwei hier zu sehen sind.
Palmyra zählte aufgrund der hervorragenden Erhaltung seiner Monumente und der Bedeutung der Kontaktzone zwischen Ost und West zu den bedeutendsten Stätten der antiken Welt. Das fand auch Ausdruck in der Zuerkennung des Status des UNESCO-Weltkulturerbes 1980. Die barbarische Zerstörung der Monumente und der systematische illegale Handel mit gestohlenen Kulturgütern sind ein kaum zu überschätzender Schaden für unser kulturelles Erbe. Ganz besonders schrecklich sind aber die sinnlosen Tode vieler Menschen. Besonders erwähnt sei hier der ehemalige Antikendirektor in Palmyra, Khaled al-As'ad.

Palmyra
Die Oasenstadt Palmyra (heute Tadmur) liegt inmitten der syrischen Wüste (Abb. 1). Seit dem Hellenismus konnte Palmyra von seiner strategischen Position und der wasserspendenden Efqa-Quelle profitieren. Ihre Blütezeit im 1. und 2. Iahrhundert n. Chr. verdankte die Stadt den Steuern für Waren, die hier über die Seidenstraße transportiert wurden. Das erhaltene Zollgesetz stellt eines der bedeutendsten Zeugnisse antiker Wirtschaftsgeschichte dar.
Die Oasenstadt wurde durch Kulturbegegnungen geprägt: Die lokale, halbnoınadische Bevölkerung erfuhr Anregungen aus dem griechisch-römischen Mittelmeerraum ebenso wie aus dem weit entfernten Indien oder China. Wie kaum irgendwo sonst in der antiken Welt zeigen sich Reflexe auf diese Einflüsse, besonders in der Architektur.
Der Beltempel (Abb. 2) war seit 2000 ]ahren Zeugnis für einen solchen Kulturtransfer. Im Grundriss ein griechisch-hellenistischer Tempel, im Aufgehenden mit Portal an der Langseite, Flachdach und Zinnenkranz ein orientalisches Heiligtum. Zunächst dem Gott Bel errichtet, wurde der Tempel später christliche Kirche, dann Moschee, schließlich ein Tempel des Tourismus.
Das Bogentor an der Säulenstraße (Abb. 3) folgte römischen Bauformen. Die Oberflächen Waren aber ganz unrömisch mit überreichem Dekor überzogen, der von Textilien - lokalen und aus dem Osten importierten - angeregt war. Die Grabmonumente, besonders die Grabtiirme (Abb. 4), stellen eine weitere Besonderheit Palmyras dar. In tempelförınigen Grabhäusern, großen unterirdischen Kammern oder schlanken Türmen waren teils hunderte BestattungsSchächte angelegt. Diese wurden mit charakteristischen Reliefplatten verschlossen, wie zwei hier zu sehen sind.
Palmyra zählte aufgrund der hervorragenden Erhaltung seiner Monumente und der Bedeutung der Kontaktzone zwischen Ost und West zu den bedeutendsten Stätten der antiken Welt. Das fand auch Ausdruck in der Zuerkennung des Status des UNESCO-Weltkulturerbes 1980. Die barbarische Zerstörung der Monumente und der systematische illegale Handel mit gestohlenen Kulturgütern sind ein kaum zu überschätzender Schaden für unser kulturelles Erbe. Ganz besonders schrecklich sind aber die sinnlosen Tode vieler Menschen. Besonders erwähnt sei hier der ehemalige Antikendirektor in Palmyra, Khaled al-As'ad.

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